Forschung und Entwicklung

Pioniere schreiten voran.

Wir geben uns nicht mit bestehenden Mustern und Arbeitsweisen zufrieden. Daher forschen wir an innovativen Techniken und entwickeln neuen Standards.
So z.B. bei unserer Arbeit im DIN-Normenausschuss Dienstleistungen (NADL) oder in Kooperationen mit verschiedenen IT- und Unternhemensverbänden.
Informieren Sie sich hier über unsere Projekte.

BIG DATA – Die Herausforderung große Datenmengen richtig zu verwerten

»Big Data« ist das Synonym für den intelligenten, sinnvollen Umgang mit sehr großen Datenmengen. Big Data bekommt eine immer größere Bedeutung, denn die Menge produzierter Daten wächst stetig und exponentiell an – sowohl im Wissenschafts- wie auch im Wirtschaftsbereich. Dazu gehören beispielsweise Mess- und Regeldaten aus der Produktion aber auch Daten einer Vielzahl von Geschäftsvorfällen, die aus unterschiedlichen Systemen zusammengezogen werden und verwertet werden müssen. Die Qualität der Datenverwertung stellt die Grundlage für wirtschaftliche Effizienz und für Innovationen in allen Bereichen und damit für den Erfolg der Wirtschaft dar. Doch genau an diesem Punkt liegt das Problem: Eine große Datenmenge zu erzeugen und zu erfassen ist einfach. Jedoch stößt diese unüberschaubare Menge sinnvoll zu verarbeiten und wirtschaftlich zu nutzen zunehmend an Grenzen.

Big Data-Technologien – also Technologien zum intelligenten Umgang mit diesen Datenmengen – sollen nun dieses Problem lösen und gelten damit als Schlüsseltechnologie für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.

Vor diesem Hintergrund und um weiterhin am Puls der Zeit zu arbeiten plant die OrgaTech momentan zwei Forschungsprojekte, die sich mit Big Data – also den Themen „Handhabung, Validierung und Verifizierung großer Datenmengen – die sich zum Teil auch in unterschiedlichen Systemen befinden“ befassen werden.

End-toEnd … die webbasierte Plattform zur Rückverfolgbarkeit von Produkten entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Gerade in Zeiten immer neuer Lebensmittelskandale fordern Verbraucher mehr Produktsicherheit und Produkttransparenz! Das bedeutet, die Verbraucher erwarten sichere Informationen dazu, wo ihre Produkte herkommen und wie und womit sie bearbeitet wurden. Diese Informationen bereit zu stellen ermöglicht die internetbasierte Plattform »End-to-End«. Sie erlaubt eine Rückverfolgbarkeit vom Saatgut bis zum fertigen Produkt im Handel.

Lean

OrgaTech unterstützt den Lehrstuhl Wirtschafts- und Industriesoziologie der Universität Dortmund in dem Projekt zur pragmatischen Einführung ganzheitlicher Geschäftsmodelle in Unternehmen der einfachen Standardfertigung. Weitere Forschungsinstitute sind der Lehrstuhl für Produktionssysteme der Ruhr-Universität Bochum und das Landesinstitut Sozialforschungsstelle Dortmund.

Das Projekt »LEAN« wurde vor dem Hintergrund des Verbundprojektes im BMBF Rahmenprogramm »Forschung für die Produktion von morgen« konzeptioniert und verfolgte das Ziel der integrierten Modernisierung von Organisation und Führung in produzierenden Unternehmen mit einer Projektlaufzeit von 34 Monaten. Das Projekt wurde im Januar 2008 mit Erfolg abgeschlossen.

MeMo StaLeiV im Kompetenzzentrum Schwedt/Oder

Entwicklung eines Metadatenmodells zur automatisierten Standardisierung von Leistungsverzeichnissen und deren Bereitstellung in einem StaLeiV Wiki (Internetplattform) – kurz MeMo StaLeiV – im Bereich der industriellen Instandhaltung

Viele industrielle Unternehmen verlagern ihre Leistungen immer mehr auf Ihre Kernkompetenzen und kaufen »angrenzende« bzw. »ergänzende« Leistungen von anderen Unternehmen (Auftragnehmern) hinzu.

Für die Erbringung dieser Leistungen werden dem Auftragnehmer durch den Auftraggeber entsprechende Standardleistungsverzeichnisse (StLVe) zur Verfügung gestellt. Solch ein Standardleistungsverzeichnis (StLV) ist eine Zusammenstellung der vom Auftraggeber aufgestellten Leistungs- und Lieferungspositionen. Diese einzelnen Positionen werden mit Preisen versehen und anhand laufender Marktbeobachtungen ständig aktualisiert.

Aktuell existieren beispielsweise ca. 70 StLVe für die verschiedenen Fachgebiete (Gewerke) in der industriellen Instandhaltung, die allesamt unterschiedlich durch die Auftraggeber verfasst wurden, so dass  derzeit ca. 2.100 bis 2.450 Versionen der Verzeichnisse bei Ausschreibungen zum Einsatz kommen.

Die hohe Anzahl individueller Leistungsbeschreibungen für eine Dienstleistung bindet – verbunden mit dem ständigen Pflege- bzw. Aktualisierungsaufwand beim Auftraggeber und dem hohen individuellen Umsetzungsaufwand beim Auftragnehmer – notwendige Ressourcen, die dem jeweiligen Unternehmen somit für andere Aufgaben nicht zur Verfügung stehen. Eine weitere Folge ist die hohe Reaktionszeit bei Ausschreibungen bis zur Leistungserbringung aufgrund der notwendigen »Zusammenstellung« der Positionen beim Auftraggeber und der notwendigen »Identifikation« bzw. »Übersetzungsleistung« beim Auftragnehmer.

Die Lösung: ein StaLeiV Wiki – Standardleistungsverzeichnisse also, die es den Teilnehmern ermöglichen, von Auftragsbeschreibung über die Ausschreibung bis hin zur Umsetzung zu gelangen – ohne das „babylonische“ Sprachgewirr der unterschiedlichen Leistungsverzeichnisse.

Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes MeMo StaLeiv erfolgte daher zunächst die Entwicklung eines ganzheitlichen Metadatenmodells zur Standardisierung von industriellen Leistungsverzeichnissen.

Darauf aufbauend wurde eine prototypische Anwendung  zur automatisierten Standardisierung von industriellen Leistungsverzeichnissen geschaffen. Als erstes Anwendungsgebiet wurde zunächst die industrielle Instandhaltung in der petrochemischen Branche ausgewählt.

Im ersten Schritt wurde eine eindimensionale prototypische Anwendung am Beispiel des Gewerkes »Gerüst« entwickelt. Im nächsten Schritt soll die Anwendung interaktiv und mit wissenschaftlicher Hilfe zur mehrdimensionalen Nutzung zur Verfügung stehen.
Die Bereitstellung des Modells und der standardisierten Leistungsverzeichnisse erfolgt in einem Wiki. Das Wiki wird als gestuftes Verfahren aufgebaut.

Gefördert wurde dieses Projekt mit Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg und des Bundes. 

OPTIKON: Softwareunterstütze Methodik erleichtert Prozessoptimierung und Normenkonformität bei kleinen und mittelständischen Unternehmen

Die OrgaTech GmbH und das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE haben im Rahmen des Forschungsprojekts »Optikon« eine Methodik entwickelt, die es kleinen und mittelständischen Unternehmen erlaubt, die unternehmenseigenen Prozesse mit relevanten Regeln und Normen in kurzer Zeit abzugleichen.

Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) sind aufgrund des globalen Wettbewerbs immer mehr dem Druck ausgesetzt, ihre Prozesse den unterschiedlichsten Regelwerken anzupassen. Sie sehen sich einer Vielzahl von (DIN-) Normen und Standards gegenüber und vielfach werden sie auch aufgrund von Besonderheiten in Lieferverträge mit großen Unternehmen und Konzernen dazu gezwungen.

Oftmals gelten verschiedene Regeln für ein und denselben Prozessschritt. Die Prüfung, welche Regeln und Anforderungen für das Unternehmen relevant sind und ob die einzelnen Prozessschritte im Unternehmen den Regeln entsprechen oder sogar widersprechen, ist bisher mit großem Aufwand verbunden. Jedes Regelwerk muss derzeit dem entsprechenden Prozess einzeln gegenübergestellt werden, so dass man den gleichen Prozess immer wieder überprüft.

Das kostet viel Zeit und Geld und entscheidet oftmals über Gewinn und Verlust bei drohenden Aufträgen. Vielfach haben die Unternehmer nicht die Zeit, alle Auftragsbedingungen zeitnah zu prüfen und nehmen den scheinbar gewinn-bringenden Auftrag an, nur um nachher festzustellen, dass die regelgerechte Durchführung des Auftrags – beispielsweise aufgrund von Umstellungen im Herstellprozess – zu Verlusten führt.

Im Rahmen der neuen Methodik »Optikon« wird im ersten Schritt der Unternehmensprozess abgebildet und alle unternehmens- bzw. prozessrelevanten Anforderungen erarbeitet, verglichen und zu einem großen Anforderungskatalog verarbeitet. In einem zweiten Schritt wird der Prozess gegen den zuvor entstandenen Anforderungskatalog geprüft und Abweichungen werden aufgezeigt. Es wird also überprüft, ob der Unternehmensprozess regelkonform ist. Prozess- und Anforderungskatalog sind dabei jedoch nicht starr, sondern können bei Bedarf – beispielsweise neuen Aufträgen –  beliebig verändert werden.

Aufgrund dieser Methodik weiß der Unternehmer in kurzer Zeit an welcher Stelle er den Prozessschritt wie ändern muss, um dem gesamten Regelwerk zu entsprechen. Er wird also in die Lage versetzt, seine Prozesse selbstständig systematisch und effizient zu verwalten, zu optimieren und sich damit dauerhaft erfolgreich und schneller an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und am Markt zu etablieren.

Nach dem der Startschuss für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt gefallen war, wurden in der ersten Phase Konzepte und Werkzeuge zur Konformitätsprüfung entwickelt. Mit dem Forschungspartner Schalker Eisenhütte sowie dem assoziierten Partner Deutsche Bahn AG, die das Forschungsprojekt bereits in der ersten Phase informativ unterstützten, wurde anschließend die Praxistauglichkeit der Methodik geprüft.

Die Innovation dieser Methodik besteht darin, dass ein lernendes System entsteht, in dem nicht mehr jeder Prozess einzeln gegen jede Norm/Anforderung geprüft werden muss, sondern dass dieser Vergleich durch die Multi-Assessment-Methodik in einem großen Schritt geschieht. »Optikon ermöglicht es KMU, die Anforderungen ausstehender Aufträge deutlich schneller gegenüber den eigenen Prozess zu prüfen und entsprechend die Entscheidung im Hinblick auf eine Auftragsannahme unterstützen. Auch wird durch diese Methodik die Einhaltung der Anforderungen bei Prozessänderungen gewährleistet.«, erklärt Bernhard Kurpicz, Geschäftsführer der OrgaTech.

SASQIA

Mit der Idee zu SASQIA gewann OrgaTech den Zukunftswettbewerb Ruhrgebiet 2004. Hierdurch wurde der Weg frei für ein 18-monatiges Forschungsprojekt, das durch die Europäische Union, den Europäischen Fond für regionale Entwicklung und das Land NRW gefördert wurde.

Ziel des Projektes war es eine web-basierte Anwendung zu entwickeln, die Unternehmen jeglicher Größe bei der Integration internationaler Standards mittels »Self Asessment« unterstützt, als auch einen Abgleich der Standards verschiedener Qualitätsmanagementsysteme ermöglicht. Die Möglichkeit des »Cross-Standard-Assessment« – Verfahrens ist bis heute weltweit einzigartig.

Das Projekt wurde mit namhaften Partnern durchgeführt und erfolgreich am 31. März 2006 abgeschlossen.

SOFT-Pit – Forschungsoffensive »Software Engineering 2006«, 2. Auswahlrunde

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit der Forschungs-offensive »Software Engineering 2006« kooperative vorwettbewerbliche Forschungsvorhaben zur Stärkung der Softwaretechnik in Deutschland. Dadurch sollen insbesondere softwareentwickelnde kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu mehr Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung angeregt und besser in die Lage versetzt werden, rasch auf Veränderungen zu reagieren und den erforderlichen Wandel aktiv mitzugestalten. Führende Positionen in der Softwaretechnik sollen daneben gestärkt werden. Zuwendungen des BMBF sollen Forschungsarbeiten unterstützen, die ohne Förderung nicht durchgeführt werden könnten.

Ziel des Projektes Soft-Pit ist die Bereitstellung von ganzheitlichen Projekt-Leitständen, mit denen alle für eine ingenieurmäßige Software-Projektdurchführung relevanten Aspekte ganzheitlich analysiert, Fehlentwicklungen zeitnah erkannt und effektive Gegenmaßnahmen abgeleitet werden können. Auf Basis einer in Deutschland langen Ingenieurtradition geht es in Anlehnung an das Konzept der Leitstand-Technik in den Sekundärbranchen hierbei vor allen Dingen darum, von der Vielzahl vorhandener Informationen nachvollziehbar soweit zu abstrahieren und die relevanten Informationen soweit zu aggregieren und zu visualisieren, dass es auf einen Blick möglich ist, die Gesamtentwicklung des Projektes einzuschätzen und bei Fehlentwicklungen frühestmöglich gegenzusteuern.

In jedem Softwareprojekt wird die Notwendigkeit einer verbesserten Projektkommunikation erkannt: Während der entwickelnden Seite häufig entsprechende Kommunikationsmittel fehlen, so dass das Management erst kurz vor Produktfreigabe von Fehlentwicklungen erfährt, so fehlt dem Management häufig ein Medium, um Vorgaben wie Deadlines, Qualitätseigenschaften oder geforderte Skills transparent zu machen. Trotz der erkannten Notwendigkeit existieren in den konkreten Projekten hierzu jeweils maximal rudimentäre Ansätze.

Die Zuwendung ermöglicht die Klärung genau dieser offenen Punkte und das Beherrschen der Risiken. Nach dieser initialen Anstrengung werden die ganzheitlichen Leitstände eigendynamisch weiterentwickelt, da dann der allseits erkannten Notwendigkeit konkrete und empirisch validierte Konzepte entgegenstehen, die effizient und effektiv eingesetzt werden können.

Die besonderen Aufgaben von OrgaTech im Kontext von Soft-Pit sind:

  • Expertise im Bereich Qualitätsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) aus dem Ende 2005 auslaufenden Forschungsprojekt SASQIA
  • Kenntnis spezieller KPIs für kleine und mittlere Unternehmen
  • Kenntnis der in kleinen und mittleren Unternehmen vorhandenen Daten und deren Qualität
  • Kenntnis der besonderen Anforderungen und Parameter von Software-Projekten in KMUs

Die OrgaTech GmbH verspricht sich als Beratungshaus für mittelständige Industrie- und Dienstleistungsunternehmen im Bereich des Qualitätsmanagements und des ganzheitlichen Wissensmanagement wichtige Impulse aus dem Forschungsprojekt Soft-Pit. Durch die Projektdurchführung kann Orgatech die vorhandene Expertise weiterentwickeln und sich im Markt entsprechend positionieren.